Frühling! Leider fühlt sich das Wetter in Berlin gerade an wie im Herbst. Da heisst es: entspannen und die Seele baumeln lassen!

Hier findest du 10 Filme über Frauen, die mich berührt, inspiriert, zum Lachen und zum Weinen gebracht haben. Während meiner Recherche ist mir Eines aufgefallen – man muss schon tief schürfen, wenn man diese Filme zutage bringen will. Denn wenn man „inspirierende Filme“ googelt, erscheinen Filme, die zu 99% von Männern handeln.

Aber wie heisst es so schön: Wenn du andere Menschen inspirieren willst, musst du zuerst etwas Inspirierendes tun. Also – lass uns gemeinsam dafür sorgen, dass es in 10 Jahren mehr Filme über inspirierende Frauen gibt. 😉

Aber jetzt erst einmal viel Spass mit meiner Auswahl!

EXTRA SPECIALS:

„Nanette“ (Netflix Special von 2018) mit Hannah Gadsby

„Es gibt nichts Stärkeres als eine gebrochene Frau, die sich selbst wieder aufgebaut hat.“ Jede Frau hat ihre Geschichte. Ich habe viele von Ihnen gehört und einige von ihnen verfilmt, und ich weiss wie wahr dieser Satz ist.

„Nanette“ ist eine Comedy Show mit einer überraschenden Wendung. Hannah Gadsby beendet ihre erfolgreiche Karriere, um ihre Wahrheit zu leben. Offen spricht sie darüber, was es hiess, in den frühen 90ern im australischen Hinterland eine lesbische junge Frau zu sein, über Missbrauch, Vergewaltigung und übergriffige Männer.

Dies ist auch ein Diskurs über das Schweigen und  den Opportunismus, eine Rede über das Hinnehmen und Akzeptieren von schreiendem Unrecht und die Gefahren, die das für jeden einzelnen von uns birgt.

„Nanette“ ist ein Weckruf, den JEDE(R) von uns gesehen haben sollte.


 

„A Call to Courage“ (Netflix Special von 2019) mit Brene Brown

Es fing an mit einem TEDx Talk vor 500 Zuschauern. Brene Brown beschloss im Juni 2010 für 20min aus der Rolle der pingeligen perfektionistischen Wissenschaftlerin und Forscherin auszubrechen und stattdessen in die Rolle einer authentischen, mutigen und verletzlichen Storytellerin zu schlüpfen.

Ihre Rede ist heute mit über 40 Mio Views eins der meistgesehenen TED Talks der Welt.  In „A Call to Courage“ führt Brene Brown ihre Message weiter und das Resultat ist wie die Frau selbst: bodenständig, beeindruckend, immer wieder lustig, nachdenklich stimmend und transformativ.

So verändert Frau die Welt – mit Verletzlichkeit. 


1. Die Schneiderin („The Dressmaker“ von 2015) mit Kate Winslet

„Ich bin zurück ihr Bastarde.“ lautet der erste Satz dieses herrlichen, leicht bizarren Films.

Die Geschichte erinnert an „Den Besuch der alten Dame“ von Friedrich Dürrenmatt: Nachdem Tilly Dunnage viele Jahre lang erfolgreich für die Pariser Upper Class Kleider geschneidert hat, kehrt sie in ihre Heimat im australischen Outback zurück. Sie will herausfinden, ob sie vor Jahren den Tod eines Schulkameraden herbeigeführt hat, ein Ereignis, an das sie sich nicht erinnern kann.

Alte Fehden und abgestandene Hassgefühle bestimmen das Leben in Dungatar, aber dort warten auch ihre Jugendliebe (Liam Hemsworth) und die zunehmend demente Mutter, mit der es sich auszusöhnen gilt.

Auch wenn sie ihren Nachbarn wenig Sympathie entgegenbringt, wird Tilly beinah gegen ihren Willen zum Mittelpunkt der kleinen Gemeinde und verwandelt und verzaubert die Frauen durch ihre wunderschönen Kleider.

Ein Kuriositätenkabinett an Charakteren, prachtvolle Farben und kraftvolle Darsteller, machen diesen Film für mich zu einem Fest. Kate Winslet und Liam Hemsworth sind eine Augenweide. Und am Ende wirst du Tränen vergiessen – garantiert.


 

2. Joy – Alles ausser gewöhnlich („Joy“ von 2015) mit Jennifer Lawrence

Der Film, den du gesehen haben solltest, BEVOR du dich selbstständig machst. 😉

Joy Mangano stellt schon als junges Mädchen fest, dass sie keinen Prinzen braucht. Um ihre Familie aus der finanziellen Katastrophe zu retten, erfindet sie einen Wischmop, der über einen Marketing TV Sender zum Verkaufsschlager wird.

Der Weg zum Business-Imperium ist nicht mit Rosen gepflastert, und immer wieder gibt es harte Rückschläge, Verrat und Verlust, aber Joy setzt sich schliesslich durch und wird zur mächtigen Matriarchin, Fürsprecherin und Investorin für andere Unternehmerinnen. 


 

3. Girlboss („Girlboss“ 13-teilige Netflix Serie von 2017) mit Britt Robertson

„Girlboss“ ist eine freche, moderne TV Serie über die erfolgreiche eBay Unternehmerin Sophia Amoruso. Sophia, eine junge Frau mit einem Gespür für Mode und Trends, hat keinen Job, keine Kohle und keine Ahnung, wie es weitergehen soll, als ihr in einem Second Hand Shop eine wertvolle Lederjacke in die Hände fällt. Sie stellt die Jacke auf eBay ein und verkauft sie mit erstaunlichem Gewinn – das Modeimperium NastyGal ist geboren!

Die Serie ist schnell und oft schockierend, der Charakter der Sophia nicht immer sympathisch und manchmal geradezu „nasty“ (böse), wie der Name ihres eBay Shops schon sagt. Mir hat es trotzdem Spass gemacht, den Höhen und Tiefen dieser Unternehmerin zu folgen, nicht zuletzt wegen der schrulligen Nebencharaktere, der einfallsreichen Umsetzung von Situationen, die wir alle aus dem Internet kennen, und des grossartigen Soundtracks.

Und wer weiss – vielleicht entdeckst du hier das passende Business Modell für dich?


 

4. Unerkannte Heldinnen („Hidden Figures“ von 2016) mit Taraji P. Henson, Octavia Spencer und Janelle Monae

Dieser Film ist ein Tribut an drei Afro-Amerikanerinnen, die wesentlich dazu beitrugen, dass im Jahre 1962 der erste Amerikaner in einem Raumschiff die Erde umrundete. Katherine Johnson, Dorothy Vaughn und Mary Jackson waren als Mathematikerinnen bei der NASA angestellt und auch am Apollo-Programm beteiligt.

Wir sprechen von einer Zeit, in der es in den meisten Abteilungen der NASA keine Damentoiletten gab!

Mit Wärme und Humor wird die Geschichte der drei Freundinnen erzählt, deren Brillianz sich gegen alle Widerstände und Ungerechtigkeiten durchsetzt.

Ihr Beitrag wurde durch diesen Film endlich gewürdigt.


 

5. Maudie (von 2017) mit Sally Hawkins

Du kennst sicherlich auch so jemanden: Einen Menschen, der von innen heraus strahlt, weil er völlig in seiner Leidenschaft aufgeht. „Maudie“ basiert auf der Geschichte der naiven Künstlerin Maud Lewis und sie war so ein Mensch – ein Mensch, der Farbe in das tristeste Dasein zu bringen vermochte.

Maud wird in eine harsche Welt hineingeboren:  Nova Scotia, ein kalter, wenig bevölkerter Teil Kanadas. Von Kindesbeinen an leidet sie ausserdem an rheumatischer Arthritis.

Ihr Schicksal beginnt sich zu wenden, als sie von dem Einsiedler Everett Lewis als Haushälterin engagiert wird. Die beiden kommen sich näher und heiraten schliesslich. Hartnäckig schafft Maudie in ihrem harten, kargen Dasein mehr und mehr Raum für ihre Kunst. Und über die Jahre wird ihre Kunst entgegen aller Widrigkeiten weltberühmt.

Ein langsamer, leiser Film, der zutiefst berührt, inspiriert und Hoffnung macht. Einer meiner absoluten Lieblingsfilme.


 

6. Jenseits von Afrika („Out of Africa“ von 1985) mit Meryl Streep

„Ich hatte eine Farm in Afrika, am Fusse der Ngong Berge.“ Sobald die Titelmusik beginnt und ich diese Worte höre, laufen mir schon die ersten Tränen über die Wangen. „Jenseits von Afrika“ ist mein Lieblingsfilm und ich habe ihn sicherlich schon zehnmal gesehen.

Der Film erzählt die Geschichte der dänischen Schriftstellerin Karen Dinesen, die im frühen 19. Jahrhundert ihren Cousin heiratet, um sich ihren Lebenstraum von einer Farm in Afrika zu erfüllen. Von ihrem Mann betrogen und allein gelassen, verliebt sie sich in den Grosswildjäger Denys Finch Hatton. Aber auch diese Liebe scheitert am Ende am Stolz und an der Unabhängigkeit Karens.

Sie will etwas wert sein.

„Jenseits von Afrika“ ist die Chronik einer stolzen und mutigen Frau, einer Unternehmerin,  die sich in einer Zeit, als Männer noch unangefochten unser Leben bestimmten, in einem fremden Land den Respekt der Männer erkämpft, aber die schliesslich am wiederholten Betrug ihres Mannes zu Grunde geht: Sie verliert ihre Kaffeeplantage, ihre Gesundheit und die Liebe ihres Lebens.

Grossartige Dialoge, wunderschöne Cinematographie und die beste Filmmusik aller Zeiten machen diesen Film zu einem Klassiker. Kurz: Ganz grosses Kino.


 

7. Grüne Tomaten („Fried Green Tomatoes“ von 1991) mit Kathy Bates, Mary‑Louise Parker und Mary Stuart Masterson

Alles, was ein Chickflick haben muss: tragische Todesfälle, eine grossartige Frauenfreundschaft bzw. -liebe und ein Unrecht, das gesühnt werden will. Aber für mich ist dies vor allem ein Film über Zivilcourage.

Die Geschichte spielt in den zwanziger Jahren in den Südstaaten der USA, wo Frauen ungestraft von ihren Männern misshandelt und Afro-Amerikaner vom KuKluxKlan tyrannisiert werden. Idgie und Ruth eröffnen das Whistlestop Cafe, das für seinen Grill und seine Grünen Tomaten berühmt wird, und wo sie einen Treffpunkt und einen Zufluchtsort für gesellschaftliche Aussenseiter schaffen.

Da bleibt kein Auge trocken. 


 

8. Suffragette – Taten statt Worte („Suffragette“ von 2016) mit Carey Mulligan

Der Film erzählt die Geschichte um die von Emmeline Pankhurst in Großbritannien gegründete „Women’s Social and Political Union“, eine Frauenbewegung, die sowohl durch passiven Widerstand als auch öffentliche Proteste und Hungerstreiks um die Jahrhundertwende auf sich aufmerksam machte.

Die Hauptfigur, Maud Watts, arbeitet seit ihrer Kindheit in einer Wäscherei in London, wo sie zufällig in Kontakt mit Anhängerinnen der Suffragettenbewegung gerät. Während ihr die Ungerechtigkeit ihrer Lebensumstände mehr und mehr bewusst wird, lässt sich schnell in den Bann der Bewegung ziehen.

„Suffragette“ erinnert uns (besonders auch noch einmal im Abspann) schmerzlich daran, unter welchen Umständen Frauen noch vor nicht allzu langer Zeit in Europa lebten: unterbezahlt, in vollständiger Abhängigkeit von Männern, ohne das Recht zu wählen oder Entscheidungen für ihre Kinder zu treffen.

Und an die Opfer, die diese Frauen gebracht haben und die es uns heute ermöglichen, unsere eigenen Träume wahr zumachen.


 

9. Erin Brockovich (von 2000)  mit Julia Roberts

Wer kennt ihn nicht, diesen Film in dem Pretty Woman Julia Roberts die Umweltaktivistin Erin Brockovich verkörpert?

Die alleinerziehende ehemalige Schönheitskönigin Erin ist in ernsthaften finanziellen Schwierigkeiten, als sie einen Anwalt überzeugt, ihr einen Job als Kanzleigehilfin zu geben.

Bei Ablagearbeiten stösst sie unversehens auf einen Fall, der sich von einem unschuldigen Immobiliendeal zu einen Umweltskandal ungeheuren Ausmasses ausweitet: Das Chrom, das von einer lokalen Firma ungehindert ins Abwasser geleitet wird, macht die Menschen in Hinkley todkrank.

Der Film basiert auf einer wahren Geschichte. Die echte Erin Brockovich kämpft mutig weiter: Derzeit hilft sie amerikanischen Ureinwohnern, Frackers, die künstliche Erdbeben hervorrufen, zu bekämpfen.

 


10. Frida („Frida“ von 2002) mit Salma Hayek

Dieses Porträt der mexikanischen Künstlerin Frida Kahlo ist so farbenfroh, eklektisch und ausdrucksstark wie die Künstlerin selbst.

Frida, die mit 6 Jahren an Polio erkrankte und dadurch in ihrer ganzen Konstitution geschwächt war, wurde mit 18 Jahren das Opfer eines Busunfalls, der ihr bis ans Ende ihres Lebens starke Schmerzen bescherte.

Diese immer präsenten körperlichen Schmerzen und ihre turbulente Beziehung zu Diego Rivera, einem der bedeutendsten Malern in der Geschichte Mexikos, kanalisierte sie in ihre eindrucksvollen Bilder.

Vordergründig ein Film über Liebe, Eifersucht, Schmerz und Betrug. Aber im Grunde ein Film über den Triumph des Geistes über den Körper.


 

Und??? Welcher davon ist dein Lieblingsfilm? Und welcher Film sollte hier unbedingt erwähnt werden? Erzähl es uns im Kommentar!

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