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Jeden Freitag feiern wir in meiner Akademie Facebook Gruppe unsere Erfolge, besinnen uns auf die Dinge, für die wir dankbar sind. An diesem ersten Freitag des Jahres war das Thema natürlich die Highlights des vergangenen Jahres. Die Dinge, auf die du mit Dankbarkeit zurück schaust.

Natürlich waren die Antworten divers – mancher hatte ein fantastisches Jahr, mancher nicht.

Daher die Frage: War dein 2017 einfach SCH…? Meins schon. Eigentlich. Ende 2016 habe ich einen Schritt getan, den ich jahrelang vor mir hergeschoben hatte. Die Konsequenzen waren einschneidender, als ich es mir jemals hätte vorstellen können – für mich UND meine Kinder.

Aber schliesslich ging kein Weg mehr daran vorbei und ich bin gegangen. Bin meinem Traum gefolgt und von Basel nach Berlin gezogen. Das war das Ende unserer Familie. Damit hatte ich nicht gerechnet. Schliesslich bin ich meinem Mann 20 Jahre lang um die ganze Welt gefolgt. War jetzt nicht er dran?

Die Trauer um meine Familie hat schwer auf mir gelastet. 

Ich war plötzlich alleinerziehend. Stand vor der grössten Herausforderung meines Lebens. Glaub mir, wenn du es nicht selbst erlebt hast, kannst du dir nicht vorstellen, wie schwer es ist, allein für zwei PreTeenager verantwortlich zu sein. Ich ziehe vor allen Frauen den Hut, die diese Situation meistern. Ich hätte es niemals geschafft, wenn ich mein Business nicht gehabt hätte.

Und dann die Abschiede…

Ich habe viele Menschen verloren im letzten Jahr. Gute Freunde verschwanden einfach, ohne ein Wort.  Ich war einige Male schwer, schwer enttäuscht…und verletzt. Habe mich gefragt, was ich falsch gemacht habe, womit ich das verdient habe, was ich hätte besser machen können…immer wieder.

Und nicht nur das – als Alleinerziehende fällst du plötzlich aus sozialen Strukturen, in denen du dich bisher zu Hause gefühlt hast. Du wirst nicht eingeladen zu diversen Festivitäten, weil du nicht mehr reinpasst. Zu anderen Anlässen gehst du nicht, weil du dich so unwohl fühlst zwischen all den happy families.

Und dann die Diagnose…

Klar, dass bei all diesen Schlägen und der jahrelangen Zerrissenheit auch der Körper sich meldet. Aber als mein Arzt mich im April in die Hämatonkologie schickte, bekam ich es wirklich mit der Angst zu tun. Zum Glück habe ich „nur“ eine chronische Blutkrankheit. Yippie.

Jetzt wird es dich vielleicht überraschen, wenn ich sage:

Ich bin unendlich dankbar für dieses Jahr. 

Ja, ich hätte es manchmal auch gern leichter gehabt. Und manchmal fühle ich mich, als hielte das Universum alle Prüfungen der Welt für mich bereit. Aber eins ist sicher:

Diamanten entstehen unter Druck.

Und ich muss nicht lange suchen und nicht gross in die Ferne schweifen, um zu sehen, dass fast alle Menschen, die ich kenne, und Milliarden von Menschen, die ich nicht kenne, es viel schwerer haben als ich. Grössere Herausforderungen zu bewältigen haben oder bewältigt haben. Echte Katastrophen.

Nimm das bitte nicht persönlich. 

Probleme lassen sich nicht vergleichen. Es wird dir nicht helfen, dir zu sagen, dass in Afrika Menschen hungern und dass es dir im Vergleich doch einfach super geht, wenn du in Wahrheit zutiefst unglücklich bist. Aber egal, wie die äusseren Umstände aussehen, am Ende liegt die Entscheidung bei dir.

Wir Deutschen fokussieren uns gern auf das Negative. Unsere Meckerei ist sprichwörtlich. Das prägt. Objektiv gesehen geht es in Deutschland fast allen besser als dem Rest der Welt. Was ist bloss los mit uns?

Danke. Es geht mir gut. 

Dankbarkeit ist eine Fähigkeit. Man kann sie trainieren wie einen Muskel. Und es ist eins der wenigen Dinge, die uns nachweislich und messbar glücklicher machen. (Ich schenk dir gern mein Dankbarkeitsjournal. Das ist ein DinA4 PDF, das du dir für jede Woche ausdrucken kannst. Hier kannst du es herunterladen – mit einem Klick!)

Seit dem Feuer von 2009 bin ich jeden Morgen dankbar, dass ich frische Luft zum Atmen habe. Das ist ein Anfang. Ich bin dankbar für jeden Tag, an dem meine Kinder gesund aufwachen. Wenn ich alle meine Rechnungen bezahlen kann und trotzdem am Ende des Monats noch was übrig ist. Dafür, dass ich in meine persönliche und berufliche Entwicklung investieren kann.

Es gibt 1000 oberflächliche und andere Dinge, für die ich dankbar sein kann. Es ist einfach eine Frage des Fokus. 

Wir können lernen dankbar zu sein, ohne den ganzen MIST, der uns belastet, auszublenden. Ohne nur durch die rosarote Brille zu schauen. Wir können lernen, Dankbarkeit als Instrument zu nutzen, als Motor, der uns zu Glück und Erfüllung bringt.

Wir können lernen, dankbar zu sein für Herausforderungen und Hindernisse, weil sie es sind, die uns stärker machen. Und gleichzeitig hoffen, dass es mal eine Weile einfach leicht geht.

Aber der Grund, warum ich diesen Artikel schreibe ist: Undankbarkeit ist gefährlich.

Denn „You get what you focus on.“ Du bekommst, worauf du deinen Fokus richtest. Wenn wir den Fokus auf all das richten, was wir NICHT haben…werden wir nur mehr davon bekommen. Genau wie du keine Karotten ernten wirst, wenn du Runkeln säst, wird wer Mangel sät, niemals Fülle ernten.

Ich bin dankbar, denn ich habe es geschafft. Ich ALLEIN habe für mich und meine Kinder gesorgt. Mein Business ist gewachsen. Ich habe mir ein kleines Netzwerk aufgebaut in meiner neuen, alten Stadt. Ich lebe in meiner Traumwohnung – ich muss mich manchmal immer noch kneifen!

Vor allem weiss ich heute, wie stark ich bin. Wie schwach ich bin. Was wichtig ist. Und was nicht.

Ich weiss, dass ich nicht aufgeben werde, meine Träume und Ziele zu verfolgen. Dass ich meiner Mission treu bleiben werde: Frauen zu stärken.

Und eins ist sicher: Ich bin noch ganz am Anfang.

Wofür bist du in diesem Jahr dankbar? Schreib’s in den Kommentar!