Ein Klischee besagt, dass Frauen gefühlsduselig und deshalb manchmal auch nicht ganz zurechnungsfähig sind, weshalb sie es beruflich nicht so weit bringen wie Männer, die einen kühlen Kopf bewahren und ihre Ziele rational verfolgen. Und wer es im Leben zu etwas bringen will, muss es auf die männliche Tour machen: einen Masterplan haben und diesen stringent umsetzen.

Ein Plan mit Gefühlsduselei

Es stimmt, dass ein Plan unerlässlich ist. Und seine Ziele zu verfolgen ist ebenfalls unerlässlich. Die Frage ist nur, wie. Und da kommt die Gefühlsduselei wieder ins Spiel, denn die ist in Wahrheit unglaublich wertvoll. Und zwar nicht nur für Frauen, sondern auch für Männer. Wir alle können Pläne rational und auf die harte Tour durchziehen, um unsere Ziele zu erreichen. Doch können wir das wirklich? Macht uns das glücklich? Und gelingt es uns tatsächlich? Sind knallhart durchgezogene Ziele wirklich erstrebenswert oder sind wir da nicht schon ganz früh falsch abgebogen? Geht es nicht auch sanfter, weicher und gleichzeitig umso kraftvoller?

Ja, das ist möglich. Und auch gar nicht so schwer.

Unser Bewusstsein speist sich aus vier Ebenen: dem Verstand (Supersache!), der körperlichen Sinneswahrnehmung (auch super, weil messbar), den Gefühlen (höchst suspekt!) und der Intuition (wie bitte!?).

Tatsächlich brauchen wir alle vier Ebenen, um ganzheitlich erfolgreich zu sein. Der Schlüssel zum Erfolg liegt jedoch vor allem auf der Gefühlsebene. Warum?

Gefühle – Brücken zwischen Körper und Verstand

Gefühle sind die Brücke zwischen unserem Körper und unserem Verstand. Sie sind der Kompass für unser Verhalten. Denn Gefühle dienen uns dazu, – im Bestfall angemessen – auf aktuelle Situationen zu reagieren. Diese Reaktionen entspringen unserem Reptiliengehirn, das vier Grundgefühle kennt: Angst, Wut, Traurigkeit und Freude.

Alle anderen Gefühle setzen sich in verschiedenen Varianten und Gewichtungen aus diesen vier Grundgefühlen zusammen. So ist zum Beispiel Frustration eine Mischung aus Wut und Freude. Hoffnung ist eine Mischung aus Freude und Angst; Hoffnungslosigkeit eine Mischung aus Freude, Angst und Traurigkeit. Verzweiflung ist eine Mischung aus Wut und Traurigkeit. Euphorie ist eine übersteigerte Form der Freude usw.

Die vier Grundgefühle sind jeweils für sich betrachtet eine ganz neutrale Angelegenheit. Das klingt erstmal komisch, denn wir kennen doch alle emotionale Ausbrüche, innere Dramen, äußere Dramen, totale Glücksseligkeit, Streit, Heulkrämpfe und viele solcher weitgehend anstrengenden Zustände mehr. Was soll daran bitte neutral sein?

Tatsächlich sind die vier Grundgefühle situativ immer eine sehr kurzweilige Angelegenheit. Situativ ausgelöste Gefühle dauern maximal sieben Sekunden. DOCH – und jetzt kommt die Krux – sobald eine eingeschlossene Emotion vorhanden ist, die durch dieses Gefühl getriggert wird, springt diese Emotion – und alle ihre Freunde, die den gleichen Trigger haben – auf den fahrenden Zug auf. Denn Gefühle wollen zu Ende gefühlt werden. Ist das in der Situation, in der sie auftreten, nicht möglich, dann werden sie im Körper gespeichert und warten auf die nächstbeste Möglichkeit, zu Ende gefühlt zu werden. Und so werden aus Mücken Elefanten und aus vergessenen Schlüsseln oder falsch eingeräumten Spülmaschinen Ehekrisen.

Da wir alle nicht sonderlich auf solcherlei stressige Situationen stehen, neigen wir generell dazu, unangenehme Gefühle zu vermeiden und die emotionale Ebene in unserem Leben flach zu halten oder ganz auszublenden.

Kontrollverlust durch Gefühle?

Doch dadurch geht uns ein riesiges Potential an Lebendigkeit und Kreativität verloren. Meistens verstehen wir Gefühle nämlich nicht richtig. Denn Gefühle haben immer zwei Seiten, doch wir kennen nur die eine, die negative. 

Also Freude geht ja noch, die ist schön und gut, will jeder haben, reichlich bitte, mehr davon (aber öffentlich zu doll freuen dann bitte auch wieder nicht).
Und die anderen Gefühle – die sind alle hochgradig schwierig: Angst ist peinlich (Angsthase), beschämend und macht noch mehr Angst vor der Angst. Traurigkeit ist ebenfalls peinlich, sehr peinlich (Heulsuse) und definitiv Privatsache. Und Wut geht schonmal garnicht. Wut ist aggressiv, per se zerstörerisch und völlig unfein. Kurz: wer Gefühle zeigt, hat die Kontrolle verloren. 

Tatsächlich ist es genau umgekehrt. Wer seine Gefühle kennt und zulässt kann sein Leben durch die Kraft der Gefühle bewusst gestalten.

Wie soll das denn gehen? Sobald man Gefühle verstanden und gelernt hat, ihnen Raum zu geben und sie zu lesen, ist es garnicht mehr schwer.

Schauen wir uns die zwei Seiten an: Wer in Angst erstarrt, ist bewegungsunfähig oder flieht. Doch was passiert, wenn man da bleibt, bei sich bleibt, die Angst registriert, weiteratmet, sie durchfließen lässt und schaut, was sie sonst noch mitbringt? Was geschieht, wenn man das Tor der Angst durchschreitet? Was liegt hinter der Angst?
Die andere Seite der Angst, die Angstkraft ist die Kreativität. Wer damit verbunden ist, kann schöpferisch, entdeckungs- und erfindungsfreudig sein.

Wut bewegt sich zwischen den Polaritäten blinde Aggression und Zerstörungskraft auf der einen und Tatkraft und Mut auf der anderen Seite. Wer in Aggression gefangen ist, kann nicht klug handeln. Doch wer die Wutkraft für sich nutzt, verfügt über Tatkraft, Entscheidungsfähigkeit und Klarheit zum Handeln.

Wer sich von seiner Fähigkeit zu trauern abschneidet, ist innerlich isoliert und fühlt sich einsam. Die andere Seite der Traurigkeit ist die Verbindung: durch Liebe, Empathie und Kommunikation. Wer seine Traurigkeit zulassen kann, ist emotional im Fluss und kann sich verbinden – mit sich selbst, seiner eigenen Lebendigkeit und anderen.

Freude bewegt sich zwischen den Polaritäten tiefer stiller Freude und überbordender manischer Euphorie. Die Kraft, die in der Freude steckt, ist die Führung, Dein inneres Leuchten und die Inspiration. Freude schenkt Dir Begeisterung und gute Ideen.

Was bedeutet das alles nun für Deinen beruflichen und privaten Erfolg?

Deine Gefühle sind das Tor zur Umsetzung Deiner Ziele und Visionen. Wenn Du Deine Visionen nur im Kopf oder auf Deinem Visionboard hast, nutzt Dir das wenig. Erst wenn Du Deine Vision fühlen kannst, wenn Du tief in Dir spüren kannst, wie Du Dich fühlst, sobald Du sie erreicht hast, kann sie sich realisieren.

Du kreierst das, was Du fühlst. Und wenn Du bewusst fühlst, kannst Du auch bewusst kreieren.

Die beste Garantie für Glück und Erfolg im Leben ist, sich selbst und seine Gefühlswelt gut zu kennen.

Auch das bewusste Fühlen hat zwei Ebenen. Die eine ist: welche Emotionen (= nicht zu Ende gefühlte Gefühle) werden aufgerufen, wenn Du Dir vorstellst, Deine Vision zu leben? An welchen Stellen hast Du Angst, wirst Du traurig oder wütend, weil Du das eh nicht schaffst o.ä.?

Geh dem nach, da ist die Tür. Und wenn Du das für Dich geklärt hast, dann nutze die Kraft der Gefühle, um Dich selbst dabei zu unterstützen, Deine Ziele zu erreichen.

Folgende Anleitung kann Dir dabei helfen:

Wenn Du Deine Vision anschaust, was fühlst Du dann?

Wovor hast Du Angst? Woran verzweifelst Du? Was regt Dich auf? Woran hast Du richtig Spaß?

Und dann mach nicht nur das, was sich gut anfühlt und worauf Du Lust hast, sondern schau Dir auch genau an, was die anderen Grundgefühle Dir sagen möchten.

Was ist der Ursprung Deiner Angst/Wut/Traurigkeit?
Wo kommt sie her?
Ist es Deine eigene Angst/Wut/Traurigkeit?
Wovor beschützt sie Dich?

Erlaub Dir, das zu fühlen.

Und dann geh weiter und frage Dich:
Was liegt hinter der Angst/Wut/Traurigkeit?
Was ist ihr Geschenk für Dich?

Wie kann Dich die Angstkraft = Kreativität bei der Umsetzung Deiner Projekte unterstützen?
Wo kann sie Dir kreative Räume eröffnen?

Welcher Aspekt der Wutkraft = Tatkraft bringt Dich schneller ans Ziel?
Wo steht sie Dir als Tatkraft, Mut und Klarheit zum Handeln zur Verfügung?

Wie kannst Du die Trauerkraft = Verbindung für Dich nutzen?
Wo braucht es Liebe, Kommunikation und Empathie?

Wie kannst Du die Kraft der Freude = Führung leben?
Wo kannst Du leuchten und andere inspirieren?

Ich wünsche Dir viel Erfolg bei der Klärung Deiner Emotionen und beim Erreichen Deiner Ziele!
Und wenn Du es mal nicht alleine schaffst, dann ruf mich an. Ich stehe Dir gerne mit Einzelsitzungen in EmotionCode™ oder meinem TrueFeeling-Training zur Seite.

Mit herzlichen Grüßen
Deine NINA LUX

Über die Gastautorin:Nina Lux - Mentorin für emotionale Klarheit und innere Präsenz.

Nina Lux ist Mentorin für emotionale Klarheit und innere Präsenz. In ihren Trainings bringt sie ihre Klienten in tiefen Kontakt mit sich selbst und hilft ihnen, ihren inneren Reichtum zu finden, emotionale Blockierungen aufzulösen und erfüllt zu leben.

Mehr über Nina und ihre Arbeit erfährst du auf ihrer Webseite https://nina-lux.de/

 

Du bist noch unsicher?Fragst dich, was dich im Content Kalender erwartet?

Du willst wissen, welche Ideen im goldenen Content-Kalender  enthalten sind?

Hole dir einen kleinen Vorgeschmack mit diesen 10 Ideen für dein goldenes Content Marketing.