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Klar, rein sprachlich gesehen, ist DER MUT männlich. Das ist für mich allerdings noch lange keine Erklärung dafür, dass immer noch sehr viele Menschen – auch Frauen – Mut für eine männliche Tugend halten. Sie sprechen vom Heldenmut, Wagemut oder Todesmut und denken voll Ehrfurcht an Odysseus, König Artus oder wenigstens an Harry Potter.

Tatsächlich hat die deutsche Sprache nicht nur dem Hauptwort Mut, sondern auch den meisten Kombinations-Substantiven mit Mut den männlichen Artikel zugeordnet: Gleichmut, Hochmut, Kleinmut, Missmut, Übermut, Wagemut, Wankelmut, Unmut, Todesmut. Laut einem Grammatikwerk der deutschen Sprache sind dies die eher „extrovertierten“ Substantive mit Mut.

Die femininen und damit laut Lexikon eher „introvertierten“ Mut-Wörter sind Anmut, Armut (!), Demut, Großmut, Langmut, Sanftmut, Schwermut, Wehmut. Nun ja, Armut bedeutet wörtlich genommen nichts anderes als „arm an Mut“ – offenbar eine weibliche Eigenschaft.

Kürzlich las ich den sehr interessanten Studien-Titel „Men make war, women make peace?“. Das Fragezeichen ist wohl dem scheinbar offenen Untersuchungs-Ergebnis geschuldet, wenngleich die Forschungsleiterin selbst sagte, dass die Evidenz männlichen und im Ergebnis kriegsverursachenden Verhaltens sehr stark sei.

Männliche MUT-Muster funktionieren – für Männer

Es geht mir keineswegs darum, die Männer oder männliches Verhalten zu diskreditieren. Aber Fakten sind nun einmal Fakten. Und davon habe ich noch ein paar: Die weit überwiegende Mehrheit der politischen Führer weltweit ist männlich. Die weit überwiegende Mehrheit der Top-Führungskräfte in der Wirtschaft weltweit ist männlich. Die weit überwiegende Mehrheit der reichsten Menschen weltweit ist männlich. Scheint sich auszuzahlen, das männliche Mut-Muster.

Wahrscheinlich ist das der Grund, warum die allermeisten Frauen auf ihrem Weg zu politischem, geschäftlichem oder finanziellem Erfolg die männlichen Verhaltensweisen nachahmen. Nur dass das – wen wundert´s – langfristig nicht wirklich funktioniert. Was meine ich damit?

Als Individualpsychologische Beraterin, Laufbahnberaterin und Mental Coach arbeite ich seit vielen Jahren in meiner Praxis in Stuttgart wie auch online mit Menschen, die in die Krise geraten sind – privat oder beruflich. Der größte Teil meiner Klienten ist weiblich, sehr viele davon sind Führungskraft. Die allermeisten dieser Frauen kommen wegen beruflicher Schwierigkeiten und mit Stressthemen zu mir. Und von denen sind ausnahmslos alle in männlichen Mustern von Kampf, Konkurrenz, Dominanz, Revierdenken, Neid und Abgrenzung unterwegs. Dagegen wäre nichts einzuwenden, wenn es ihnen gut dabei ginge. Tut es aber nicht.

Die moderne Frau im Dilemma ihrer weiblichen Natur

Sätze wie „Ich kämpfe in dieser Abteilung um mein Überleben“ oder „Ich kann einfach nicht mehr“ oder „Ich weiß wirklich nicht, wie ich mit XY (männlicher Chef/Kollege oder Situation im männlichen Umfeld) umgehen soll“ oder „Wenn ich so weitermache, werde ich krank“ zeigen einerseits den Ernst der Lage, machen andererseits aber auch deutlich, wie klar die Frauen spüren, dass etwas grundverkehrt läuft in ihrem (Berufs-)Leben. Nur hat keine meiner Klientinnen zu Beginn der Beratung eine Ahnung, was das sein könnte.

Im Laufe der gemeinsamen Arbeit erkennen sie dann aber meist schnell, wo der Hase im Pfeffer liegt. Intuitiv wissen sie es natürlich sowieso schon längst: Einerseits legen sie sich in ihren klugen Köpfen ausgefeilte Strategien zurecht, punkten mit Fachwissen, jonglieren mit eiskalten Zahlen, strengen sich wahnsinnig an, arbeiten viel und hart, setzen sich unter Druck, sind Perfektionistinnen, wollen zunehmend auch imponieren, werden immer härter, wollen besser sein als die Männer, vielleicht sogar die „besseren Männer“ sein.

Andererseits kommt ihnen dabei allzu oft ihr weibliches Naturell in die Quere, das nach Integration und Verbundenheit strebt. Ihre Weiblichkeit, die will, dass es allen gut geht, dass Harmonie im Team herrscht, dass Ergebnisse konstruktiv und kooperativ erzielt werden. Sie stolpern über das weibliche Bedürfnis, gemocht zu werden, gut anzukommen, Anerkennung zu erfahren. Sie machen sich mit ihrer Neigung zu Selbstkritik fertig, halten dem Selbstzweifel die Tür weit auf und leiden darunter, dass sie „zu emotional“ werden, sobald es schwierig wird oder gar eine Niederlage zu verwinden ist.

Frauen brauchen mehr COURAGE

Zugleich knabbern sie heftig daran, dass die männlichen Kollegen und Vorgesetzten so zielorientiert, dabei aber kaum selbstkritisch sind, dass diese oft hart und aggressiv agieren, wo eigentlich ein Konsens und Verständnis nötig wären. Und sie rutschen sehr häufig unbewusst in die schon in frühester Kindheit antrainierte Rolle des unterlegenen, kleinen Mädchens. Fühlen sich als Opfer.

So gesehen, arbeiten die meisten beruflich erfolgreichen Frauen gegen ihre Natur. Kein Wunder, dass die Zahl der Stresserkrankungen bis hin zu Burnout und Depressionen gerade bei Frauen immer weiter zunimmt. Diese Frauen wollen eine Person sein, die sie gar nicht sind. Sie wollen etwas geben, das sie gar nicht haben. Sie wollen in einem Spiel mitspielen, dessen Regeln sie gar nicht kennen. Das kann nicht funktionieren! Für niemanden.

Was es hier braucht, ist Courage. Wenn wir auch dazu das Lexikon befragen, erfahren wir, dass Courage Französisch ist und Mut heißt. In dem Wort stecken die lateinischen Bestandteile „cor“ (Herz) und „agere“ (handeln). Courage bedeutet also „beherzt handeln“ oder eben „mit Herz handeln“. Und das ist genau das, was wir Frauen am besten können, wenn wir es uns selbst gestatten und wenn wir uns wieder daran erinnern, was die Natur des Weiblichen ist: Die Qualitäten des Herzens wie Mitgefühl, Güte, Geduld, Gelassenheit, Gnade, Dankbarkeit und natürlich Liebe zu praktizieren – in Bezug auf sich selbst wie auch in Bezug auf andere.

MUT heißt handeln mit Herz

Was bedeutet das nun für Frauen im Business? Es bedeutet, dass sie sich MUTig auf die Suche nach ihren eigenen, weiblichen Wegen machen müssen. Dass sie, ob als Mitarbeiterin, Chefin oder Kollegin, sie selbst sein und bleiben müssen. Dass sie ihren eigenen Platz finden und diesen mit ihrer einzigartigen Persönlichkeit authentisch ausfüllen müssen. Und dass sie lernen müssen, ihre eigene beste Freundin zu sein.

Dazu brauchen sie ganz viel Selbst-Bewusst-Sein (wer bin ich / wer will ich sein?), Selbst-Erkenntnis (was will ich wirklich?), Selbst-Vertrauen (was kann ich richtig gut?) und Selbst-Liebe (wofür kann ich mich selbst wertschätzen?). Aus dieser Kombination entsteht dann das MUT-ICH: Eine Persönlichkeit, die Mut hat zum eigenen Ich, die die Qualität der Beziehungen wichtiger nimmt als den Status oder die Höhe des Gehalts. Die es wagt, auf ihr Herz zu hören. Die beherzt Nein sagt. Die ihre eigenen Grenzen wahrnimmt und dann auch handelnd respektiert. Eine Persönlichkeit, die die volle Verantwortung für ihr eigenes Denken, Fühlen und Handeln übernimmt.

Das mag sich zunächst schwierig oder anstrengend anhören, ist aber mit ein wenig Begleitung oder Anleitung letztlich ganz leicht. Die meisten Frauen, die sich auf diesen Weg machen, erleben es als Befreiung. Fast so, als sei eine Mauer um sie herum zum Einsturz gebracht worden. So als hätten sie plötzlich wieder Zugang zu allem, was sie als Frau sowieso schon immer „wussten“. Am Ende werden alle glücklicher, echter, fühlen sich leichter.

MUTig leben, MUTig lieben, MUTig führen

Hätte ich diesen MUTigen Weg zu mir selbst vor zwanzig Jahren schon gekannt, wären mir vermutlich meine beiden Burnouts mit schweren Depressionen und Klinikaufenthalt sowie etliche körperliche Krankheiten erspart geblieben. Ich war damals Journalistin in der Position der stellvertretenden Chefredakteurin eines Design- und Lifestyle-Magazins. Zugleich war ich alleinerziehende Mutter eines sehr unruhigen und zudem asthmakranken Kindes und von ständigen Selbstzweifeln und dem eigenen Perfektionsstreben zerfressen. Ich kämpfte rund um die Uhr, noch dazu mit den falschen Mitteln und für die falschen Ziele. Ich arbeitete viel und hart, vergaß mich selbst und ließ mein Kind von Fremden beaufsichtigen. Mein Herz war stumm, vermutlich eingefroren. Erst in der Klinik wurde ich wach und begriff, was ich tat. Ein junger anthroposophischer Arzt stellte mir einige schmerzhafte Fragen und wurde so zu meinem Retter.

All das ist lange her, ich bin seitdem weit gegangen. Ich habe mir den Weg selbst unter die Füße gelegt, habe alle Schritte tastend selbst erkundet. Bin hingefallen und wieder aufgestanden. Und bin schließlich angekommen. Bei mir. Zum Glück. Zum Glück vielleicht auch für andere, denen ich heute eben diesen Weg als Coach zeigen und sie dabei begleiten kann. Die von mir lernen, was es heißt, authentisch zu bleiben, auch wenn der Wind aus der falschen Richtung weht und die Entscheidungen schwer werden. Die verstehen, dass das Herz die klügste Stelle im weiblichen Körper ist. Die wieder lernen, Zugang dazu zu finden, damit sie MUTig leben, MUTig lieben und auch MUTig führen können: sich selbst, ihre Kinder und ihre Mitarbeiter.

Emotionen managen statt To-Do´s

Dies ist gerade für die von mir betreuten „Spitzenfrauen am Anschlag“ wichtig. Das sind erfolgreiche Führungskräfte, Managerinnen in zum Teil sehr verantwortlicher Position, die zwar materiell gesättigt, aber emotional erschöpft sind. Sie lernen im Einzelcoaching (zum Teil bei mir in der Praxis, zumeist aber online per Skype), wie nützlich es ist und wie gut es tut, ihre Emotionen zu managen anstatt sich in ihrer endlosen To-Do-Liste zu vergraben. Hierfür gibt es durchaus methodische Unterstützung, wesentlich für den Erfolg ist jedoch die Haltungsarbeit.

Es ist die Haltung des warmen Herzens, die gerade in herausfordernden Situationen hilft, integrative Lösungen zu finden, die den Bedürfnissen aller Beteiligten gerecht werden. Und das ist nun einmal etwas, das wir Frauen „von Natur aus“ können, nur leider in diesen modernen Zeiten vergessen zu haben scheinen. Eine Frau, die den MUT findet, auf ihr Herz zu hören und ihren eigenen Weg zu gehen, kann nicht fehl gehen. Und wenn sie sich dann noch mit anderen Frauen verbindet und verbündet im Sinne einer „Sisterhood“, in ihrer Umgebung den Gemeinschaftsgeist stärkt und echte Kooperation lebt, dann ist sie das, was ich eine MUTige Frau nenne.

Ich bleibe also dabei: Mut ist weiblich.
Aber klar: Helmut ist und bleibt männlich.

In meinem Buch „Arschbombe ins Glück – So werden Sie Ihr eigener Happiness-Produzent“ zeige ich dir anhand der von mir entwickelten POOL-METHODE® den Weg zu einem MUTigen und damit selbstbestimmten, glücklichen Leben.

Wenn der Stress dich im Griff hat und du etwas dagegen tun möchtest, kannst du dir unter www.spitzenfrauen-am-anschlag.de den „Anti-Stress-Express“ mit den 10 besten Tipps gegen Druck und belastende Emotionen kostenlos herunterladen.

Als ersten Einstieg in ein MUTiges Leben kannst du dich in meinen MUT-Letter eintragen, der dich regelmäßig mit Impulsen versorgt. Als Dankeschön dafür erhältst du vier Wochen lang kostenlos „Meine wöchentliche Dosis MUT“ per Mail.

Über die Gastautorin:Barbara Fischer Reineke

Barbara Fischer-Reineke ist Individualpsychologische Beraterin, Laufbahnberaterin, Mental und Gesundheits-Coach sowie HeartMath®-Coach. Sie lebt und arbeitet in Stuttgart und Bali und hat für sich nach zwei Burnouts die perfekte Work-Life-Balance gefunden. Mit ihren überwiegend weiblichen Klienten erarbeitet sie MUTige Wege weg von Stress, Perfektionsstreben und Angst, hin zu Selbstvertrauen, Leichtigkeit und Balance. Mit der von ihr entwickelten POOL-METHODE® kann jeder in vier einfachen Schritten lernen, Angst in Abenteuerlust, Frustration in Freude und Zweifel in Zuversicht zu verwandeln und dauerhaft glücklich zu bleiben.

Wenn du mehr über Barbara und ihre Arbeitsweise erfahren möchtest, kannst du das hier tun: www.fischer-reineke.de

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